AfD. Nachlassendes Niveau auf Facebook

Nicht nur viele Deutsche hoffen, dass die Altparteien 2017 endlich abgewählt werden. Die junge Partei Alternative für Deutschland #AfD kritisiert zurecht viele Fehlentscheidungen und daraus resultierende Folgen. Sie ist noch ungeschliffen, hat aber gute Leute wie Frauke Petry und gibt Hoffnung auf eine dringend nötige Änderung derzeitiger Standpunkte, die Deutschland und die EU ruinieren. Leider begibt sich das Facebook Team der AfD allmählich auf ein Niveau, das bei der SPD und der CDU zu Recht kritisiert wird. Auch die AfD produziert Tafeln mit Slogans, die manchmal total daneben sind, wie die gestrige Darstellung Jean-Claude Junckers:

„Jean-Claude Juncker bezeichnet Fidel Castro in Nachruf als ‚Held‘ „ gefolgt von dem AfD-Kommentar „… man muss ja schließlich vorbauen.“

Zwar zitiert die AfD Junckers Twitter Beitrag anders: „Mit dem Tode Fidel Castros hat die Welt einen Mann verloren, der für viele ein Held war.“ Aber viele lesen das gar nicht, sondern nur die auffällige Tafel.

Dieser Satz besagt nicht, dass Juncker Fidel Castro als Held betrachtete oder ihn als solchen bezeichnete und inhaltlich trifft er sogar zu. Viele Kubaner und andere Leute in Mittelamerika und Lateinamerika betrachte(te)n Fidel Castro tatsächlich als Helden. Warum geht die AfD mit so einer Tafel das Risiko ein, Sympatisanten und Wähler zu verprellen?

Missglückte Tafel der AfD auf Facebook

Missglückte Tafel der AfD. Zitat-Quelle: AfD auf Facebook

Stimmungsmache durch irreführende Slogans

Verwirrend sind zudem die zahlreichen Kommentare, die nur selten vernünftig auf den tatsächlichen Sachverhalt eingehen. Viele Kommentatoren beteiligen sich reflexartig an der Stimmungsmache gegen Juncker, der hinsichtlich seiner Europapolitik an vielen Punkten zu kritisieren wäre und somit dem Feindbild der AfD entspricht. Aber was hat das mit Fidel Castro und seinem Ruf im Amerika südlich der USA zu tun?

Man sollte die Geschichte Castros und einiger Latein- und Mittelamerikanischer Revolutionen und ihrer Hintergründe nachlesen, bevor man sich über Junckers Nachruf lustig macht. Zweifellos war Fidel Castro eine wichtige Kraft in der Revolution gegen den Diktator Fulgencio Batista. Die revolutionäre und sozialistische Phase muss man allen Gesellschaften zugestehen, in denen der Kapitalismus mit horrenden Bedingungen für die Arbeiter den Widerstand der kleinen Leute hervorruft. Aktuell wäre auch hierzulande eine Revolution gegen das Establishment denkbar, das unser Land von Migranten fluten lässt und offenbar jegliches Engagement zum Schutze dieses Landes und seiner Werte aufgegeben hat. Aber wer hat schon die Fähigkeit und den Mut dazu?

Die AfD sollte sich nicht auf ein billiges Kommunikationsniveau mit irreführenden Slogans begeben. Es gibt viele innerdeutsche und europäische Themen, die von der aktuellen Politik nicht richtig angegangen werden. Wenn die AfD im kommenden Jahr bei den Bundestagswahlen mehr Stimmen abräumen möchte, sollte sie eine bessere Facebook-Redaktion auf die Beine stellen.

Gute Facebookredation ist sehr wichtig.

Es werden genügend kluge Journalisten wegen unbequemer Beiträge entlassen. Die AfD sollte ein bis zwei solcher Journalisten einstellen, damit die Inhalte ihrer Posts und Tafeln stimmig und gut formuliert sind. Die Tafel mit dem Juncker Slogan ist inhaltlich ein dümmlicher Fehlgriff.

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