Suspended coffee. Oder bezahle, was du forderst!

Man trinkt einen Kaffee, bezahlt aber zwei. Die Idee dahinter ist sozial und großartig. Der zweite Kaffee ist für Menschen, die ihn sich nicht leisten können. Der Spender weiß nicht, wem er serviert wird und es gibt dafür auch keinen Dank. Man nennt dies ’suspended coffee‘, ‚Caffè sospeso‘ oder ‚aufgeschobenen Kaffee‘. In einigen Südländern gibt es dieses System schon lange. Das Prinzip lässt sich auf vieles übertragen und beschränkt sich nicht nur auf Lebensmittel. Beispielsweise auf Kinos, Schwimmbäder, öffentliche Verkehrsmittel, Theater, Museen und vieles mehr.

Wenn man den aggressiven Austausch von Standpunkten und Abwertungen seiner Kontrahenten noch so nennen darf, gibt es in der aktuellen Debatte über die sogenannten Flüchtlinge nicht wenige, die den politischen Kurs Merkels verteidigen und unbegrenzt jeden Menschen mit dunklerer Hautfarbe in unser Land herein spazieren und ihnen eine Vollversorgung zukommen lassen möchten.

November 1993. Spanien. Kanarische Inseln. Lanzarote. Famara. Playa Quemada. Verschlafener Ort an der Küste. Wodka Lemon in einem Restaurant

November 1993. Spanien. Kanarische Inseln. Lanzarote. Famara. Playa Quemada. Verschlafener Ort an der Küste. Wodka Lemon in einem Restaurant

Freier Eintritt für Flüchtlinge

Es sind oft Kleinigkeiten, die dann die Gemüter erhitzen. Beispielsweise wenn das Freiluftmuseum Hessenpark, ein dem Land Hessen gehöriges Unternehmen, angemeldeten Gruppen aus sogenannten Flüchtlingen einen kostenlosen Eintritt gewährt, während fast alle anderen Besucher dafür bezahlen müssen. Der Eintritt für Kinder bis einschließlich ihrem fünften Lebensjahr ist frei. Ältere Kinder, Schüler, Studenten und Grundsicherungsempfänger bezahlen 2,50 €. Die Eintrittskarte für Erwachsene außerhalb der bereits genannten Kreise kostet 8 Euro. Mitglieder des Förderkreises haben freien Eintritt.

In diesem Zusammenhang provoziert die Meldung, dass begleitete Flüchtlingsgruppen freien Eintritt in das Freilichtmuseum haben. Es gibt Kritiker, die diese Regelung ungerecht empfinden, da selbst arme Menschen einen Beitrag in Höhe von 2,50 € pro Besuch leisten müssen. Der freie Eintritt wird als diskriminierend empfunden.

Diskriminierung nach Herkunft?

Diese Kritik stößt bei anderen Menschen auf Widerstand. Sie werfen den Kritikern Sozialneid vor. Wer den freien Eintritt für die vermeintlichen Flüchtlinge kritisiert, muss mit herben Anfeindungen und grotesken Unterstellungen rechnen. Dabei sind die Einwände gegen den freien Eintritt oftmals nicht derart formuliert, dass sie so sarkastische oder verleumdende Antworten rechtfertigen. Ein Frührentner nach einem Arbeitsunfall hinterfragt den freien Eintritt folgendermaßen:

“ Ich verstehe die Welt nicht mehr. Fremde oder auch Flüchtlinge genannt, die in unser Land kommen, dürfen umsonst fahren. Zum Beispiel Taxi. Sie dürfen Taxis benutzen und müssen sie nicht bezahlen mit der Begründung, dass sie sich nicht auskennen. Na ja, sie kamen auch direkt Tausende von Kilometer zu uns. Wussten auch da, wo es lang geht. Doch hier können sie umsonst Bus und andere Nahverkehrsmittel nutzen und dürfen umsonst in den Hessenpark und in andere Veranstaltungen.

Jetzt kommt der Punkt wo ich echt sauer werde. Sie haben nichts für Deutschland getan, dass das alles rechtfertigen würde.

Ich habe seit meinem fünfzehnten Lebensjahr gearbeitet bis ich aufgrund eines Unfalls zu 100% erwerbsunfähig bin. Arbeiten ist für mich leider unmöglich.

Die Rente, die ich bekomme, ist deutlich geringer als das was die so genannten Flüchtlinge pro Kopf bekommen. Ich bekomme keine Aufstockung zur Grundsicherung. Das einzige, was ich bekommen könnte, wäre Wohngeld und das ist ein Witz. Ich muss für alles allein aufkommen denn der Staat hilft mir nicht. Warum auch, ich bin kein so genannter Flüchtling. Warum helfen die deutschen Bürger nicht erst den eigenen Leuten, denen es beschissen geht. …“

Antwort: “ Warum tauschen Sie nicht einfach mit einem Flüchtling, Sie armer Zukurzgekommener?“

Nazi-Hysterie

„Klingt aus Ihrem Mund fast wie die Holocaust-Lüge… Ist ja eh alles Fake, was in Syrien und dem Irak passiert, damit Ausländer hier im Hessenpark kostenlos reinkommen.“

Die Grobheit, die Kritiker einer Bevorzugung von Flüchtlingen entgegenschlägt, ist unverständlich. Die Wut und Intensität des Ausdrucks eine Abneigung, wenn es um Grenzen in der Flüchtlingshilfe geht, ist unangenehm und völlig unangebracht.

Wer freien Eintritt fodert, soll ihn auch bezahlen.

Warum bezahlen diejenigen, die sogenannten Flüchtlingen einen freien Eintritt wünschen, diesen nicht? Wer mag, kann entsprechenden Einrichtungen Geld zukommen lassen und die eingegangene Summe definiert die Anzahl der Freikarten für Flüchtlinge. Das steht jedem frei und die Befürworter des freien Eintritts für neu angekommene Ausländer ohne Einkommen bezahlen ihn. Das ist keine Staatsaufgabe und darf somit auch nicht eigenmächtig von Geschäftsleitungen landeseigener Kultureinrichtungen entschieden werden, sondern muss konkret von den Bürgern getragen werden, die den freien Eintritt für die sogenannten Flüchtlinge begrüßen.

Vielleicht sollte man in diesem Fall den Begriff Flüchtlinge gegen Bedürftige ersetzen, um bei dem ärmeren Anteil der einheimischen Urbevölkerung keine Bitterkeit aufkommen zu lassen.

Wenn Sie bedürftigen Menschen, seien es Flüchtlinge oder die eigenen Landsleute, etwas Nettes gönnen, dann regen Sie in der Gastronomie und in kulturellen Einrichtungen an, dass man dort als Besucher entsprechende Leistungen für diese Menschen bezahlen kann. Das darf sich aber nicht auf die sogenannten Flüchtlinge beschränken. Wie will man dem Hartz IV Empfänger, der an der Kasse einen reduzierten Eintritt entrichten muss, erklären, dass jemand mit dunkler Hautfarbe an der Kasse vorbei gehen kann?

Bevor Sie diejenigen zu Nazis erklären, die Diskriminierungen bei Eintrittspreisen durch die Herkunft der Menschen ablehnen, bezahlen Sie als für Befürworter doch einfach selbst Karten.

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