Wilsberg – Bittere Pillen. Pro-Flüchtlingserziehung

Wilsberg – Bittere Pillen. Auf einem Stuhl im Flur eines Finanzamts liegt ein Rucksack. Er scheint niemanden zu gehören und ein Mitarbeiter verständigt die Polizei. Die rückt schwer bewaffnet an, stürmt das Gebäude und sichert den Flur. Ein Polizist mit Sprengschutzkleidung nähert sich dem Rucksack. Da öffnet sich eine Tür und ein fremdländisch aussehender Mann, eine Reinigungskraft, betritt den Flur und geht zum Rucksack. Er bemerkt den Polizisten in seinem bizarren Anzug und erschrickt. Daraufhin wird er zu Boden geworfen und festgenommen. Vorsichtig öffnet man den Rucksack und findet darin ein Stofftier, das Geräusche von sich gibt.

Der Leiter des Finanzamtes rügt seinen aufmerksamen Mitarbeiter, den Finanzbeamten Ekkehardt Talkötter, für die Veranlassung des kostspieligen Polizeieinsatzes und ist aufgeregt, weil der ausländische Mann ein illegal beschäftigter Asylbewerber war, den er sofort entlassen lässt. Talkötter ist zerknirscht und hat ein schlechtes Gewissen, weil der Asylbewerber seine Stelle verloren hat.

Er begibt sich mit einem Präsentkorb zur Flüchtlingsaufnahmestelle. Das dortige Security-Personal ist ruppig und dunkel gekleidet. Klischee: Neonazi. Es bezeichnet sich als das Gesetz. Das Wort Lügenpresse fällt.

Georg Wilsberg - Schauspieler Leonard Lansink. Quelle: Wikipedia

Georg Wilsberg – Schauspieler Leonard Lansink. Quelle: Wikipedia

Talkötter wird durchgelassen und geht zu der syrischen Familie, zu der der entlassene Mann gehört. Es stellt sich heraus, dass dieser Deutsch spricht, weil er Germanistik und Philosophie studiert hat. Er weist auf ein Stück Schweinefleisch im Präsentkorb hin, was den um Entschuldigung bittenden Finanzbeamten erschreckt.

Unwürdige Zustände im Flüchtlingsheim

Er stellt fest, dass in die Unterkunft dieser Familie Fäkalien aus dem Abort im Nachbarraum eindringen und weist die Lagerleitung zurecht. Zugleich übernimmt er die Antragstellung für die Asylbewerber in der Familie des Mannes. Erstaunt stellt er fest, dass dieser nicht nur mit seiner Frau, seinen Kindern, sondern Onkeln, Tanten und weiteren Personen hier aufgeschlagen ist.

Der Freund Talkötters, der Buchhändler und Detektiv Georg Wilsberg, ermittelt in einem Fall, dass der Chef des Finanzamtes ein außereheliches Verhältnis hat. Mit seinen Fotos kann er ihn unter Druck setzen und bewirken, dass er seine Abmahnung gegen seinen Freund Talkötter zurückzieht und ihm sogar hilft, während der Dienstzeit die Asylanträge für die syrische Familie auszufüllen.

Da haben wir bereits den zweiten Deutschen, der zur Buße für seinen „Fehler“ eine gute Tat am hilfsbedürftigen edlen Flüchtling leistet. Auch die Frau des Flüchtlings spricht Deutsch. Das scheint in Syrien wohl üblich zu sein.

Kriminelle Pharamindustrie

Durch seine Ermittlungen gerät der Detektiv Wilsberg in eine Medikamentenstudie. Als Folge der Einnahme des Medikaments tritt ihm später etwas Blut aus den Ohren. Er wird ohnmächtig und muss ärztlich behandelt werden. Das gleiche passiert dem Syrer. Nur stellt sich heraus, dass der Betreiber der Flüchtlingsunterkunft eng mit dem Unternehmen verzahnt ist, das Medikamentenversuche durchführt. Die Pharmaindustrie nutzt Asylbewerber zum Testen von neuen Medikamenten, um Geld für teure Probanden einzusparen. Der Zuschauer erfährt, dass die Pharmaindustrie viele Jahre mit dem Testen eines Medikaments zubringt und dies sehr teuer ist.

Korrupter Bundestagsabgeordneter

Wie schlecht die Deutschen sind, erklärt der Film nun anhand des Kontakts des Pharma-Unternehmens mit einem Bundestagsabgeordneten. Zur Zulassung eines Medikaments ist eine Zusage des Bundestages nötig. Nichtsahnend vom Inhalt einer Mappe soll eine Rechtsanwältin sie einem Abgeordneten während seines Besuchs übergeben.

Die beiden begeben sich an eine Bar und plaudern. Der Bundestagsabgeordnete erhält die Mappe, klappt sie kurz auf, man sieht einen Umschlag mit Geldscheinen, und der Herr klappt sie sofort wieder zu. Die Rechtsanwältin ist schockiert über die Selbstständigkeit, mit der das Geld angenommen wird.

Schließlich retten Georg Wilsberg und Ekkehardt Talkötter den durch das Medikament erkrankten Syrer. Der Leiter des Unternehmens, das die Medikamentenstudien durchführt, weiß, dass sein kriminelles Handeln aufgeflogen ist. Er ruft die schlägertypartigen Flüchtlingsheimleiter herbei und legt ein Feuer im Labor. Der Syrer, der Detektiv und der Finanzamtsbeamte sollen darin umkommen, doch sie können sich aus dem Raum, in dem sie eingeschlossen sind, befreien. Die Polizei ist schon zur Stelle.

Schließlich treffen sich die Guten in trauter Runde in der Flüchtlingsunterkunft mit den Syrern. Im Fernsehen sieht man den Bundestagsabgeordneten und den Chef des Pharma-Unternehmens, die das neue Medikament anpreisen. Der Finanzbeamte stellt nun in der Runde die Frage, was man im Krankheitsfall machen soll, wenn die Pharmaindustrie mit solchen Methoden Medikamente auf den Markt bringt. Daraufhin antwortet der kleine Junge des Syrers in deutscher Sprache: „Du darfst nicht krank werden!“

Was war das?

Am Ende des Films fragt man sich, was das nun war. Diese seit vielen Jahren produzierte Serie um den Antiquar und Detektiv Wilsberg, immer pleite und auf die Hilfe seiner Freunde angewiesen, aber erfolgreich beim Recherchieren, hat einen Haufen Fans und ist beliebt.

Beim Betrachten des Films kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er diesmal Propagandazwecken dient. Etliche Deutsche bis hin zum Bundestagsabgeordneten werden als unseriös und korrupt dargestellt. Aus niederen Gründen kommt es zum Mord. Der Leiter des Finanzamts ist ein Ehebrecher. Die Betreiber eines Flüchtlingsheims ähneln dem Klischee von Neonazis und die Flüchtlinge sind nette ruhige Leute, denen man übel mitspielt.

Der Film Wilsberg – Bittere Pillen soll einen Schuldkomplex erzeugen. Wir hatten das schon mal nach dem Zweiten Weltkrieg. Nicht der Krieg wurde irgendjemanden vorgeworfen, aber der Hitlerkult und die Konzentrationslager wurden im Rahmen der Entnazifizierung zum zentralen Thema der sogenannten Reeducation. Eine Umerziehung, die einst angebracht war, aber heute in grotesker Weise noch gegenüber einer Bevölkerung praktiziert und von ihr selbst getragen wird, die das Dritte Reich gar nicht miterlebt hat. Die Schuldigen sind längst gestorben.

Junge Leute, denen schon Erinnerungen an die Grenze zwischen der DDR und BRD fehlen, nennen Kritiker der aktuellen Asylpolitik, wenn man die offenen Grenzen und das dadurch verursachte Chaos und das Ignorieren von Gesetzen so nennen darf, ungestraft Nazis. Das reicht als Argument und sogar zur Legitimation von Gewalttätigkeiten bei Demonstrationen oder sonst wo.

Deutsche sind schlecht, aber …

Reeducation 2.0: Der Deutsche ist schlecht und der Deutsche ist schuldig, lautet die Aussage dieses Films. Er hat keinen exklusiven Anspruch auf sein Land. Irgendwie ist er für die negativen Umstände der Einwanderer, allesamt als Flüchtlinge bezeichnet, mit verantwortlich und hat deswegen hinzunehmen, dass sie grenzenlos hierher kommen und soll sich dafür engagieren, dass es ihnen gut geht. Auch wenn man erstaunt registriert, dass es viel mehr sind, als man erwartete. Aber der schlechte Deutsche ist auch gut, er ist lernfähig, erkennt seine Schuld und bereut. Deswegen hilft er, trägt Präsentkörbe in Flüchtlingsheime und wird zum Freund der syrischen Familie.

Die persönliche Schuld durch Ehebruch oder durch die Verursachung einer rechtlich korrekten Entlassung eines illegal beschäftigten Mitarbeiters und sonstige Verfehlungen werden durch gute Taten am Flüchtling kompensiert.

Ein altes Modell der Sünde und der Vergebung wird hier praktiziert. So wie einst gläubige Menschen mühselige Pilgerwanderungen unternahmen und Ziel der Kirche Geld spendeten, um einen Ablassbrief für ihre Sünden zu erhalten und sich somit reinzuwaschen von einer Schuld, so wird es auch heute noch getan.

Nicht die betrogene Ehefrau ist von Bedeutung. Der Ehebruch wird kompensiert durch eine Komplizenschaft bei der bevorzugten Legalisierung des Aufenthaltes von Asylbewerbern und der Duldung, dass sich ein Mitarbeiter während seiner Arbeitszeit mit der Autorität seiner Dienststelle zur Beseitigung von Missständen in Flüchtlingsunterkünften einsetzt. Das hat der Arbeitgeber nach Gutdünken des Mitarbeiters hinzunehmen.

Flüchtlinge sind gut?

Das Thema Integration wird auf ein Minimum reduziert. Die Flüchtlinge sprechen bereits Deutsch. Die Frauen tragen kein Kopftuch. Abgesehen vom Schweinefleisch wird Religion nicht thematisiert. Es sind nette Leute, die ‚lediglich‘ eine ordentliche und ausreichend dimensionierte Unterkunft benötigen, eine Aufenthaltserlaubnis und Arbeit.

Fazit

Schade, dass die Macher dieses Films ein solches Werk produziert haben. Zu sehr ist der Auftrag erkennbar, die tiefe und positive Akzeptanz Wilsbergs und seiner Freunde für propagandistische Zwecke einzusetzen. Natürlich kann sich diese Serie auch mit dem Flüchtlingsthema beschäftigen, aber dann bitte differenzierter und ohne die Absicht, die Deutschen zu erziehen.

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